Newsletter 32/2018 vom 30. August 2018

Als ich gestern zum Schwimmbad Letzigraben geradelt bin, war die Luft schon deutlich kühler. Ich dachte, es könnte vielleicht einer der letzten Besuche des Jahres sein und somit Zeit, mir endlich die kleine Ausstellung zu Max Frisch in der "Glas-Galerie" beim Eingang anzugucken. Ich wurde auch zugleich belohnt: In einem Brief der Stadt Zürich an den Schriftsteller Max Frisch spricht diese dem Autor eine "Aufmunterungsgabe" von 1000 Franken zu. – Eine bemerkenswerte Summe, auch wenn man sie in Relation zu Frischs architektonischer Arbeit setzt: Als Preissumme für den Wettbewerb "Bau des Letzibades" notiert Frisch gerade mal das Dreifache in sein Haushaltheft. 


Inhalt

1.   Ausserordentliche GV des SBVV Ja zur Image-Kampagne für den Buchhandel
2.   Nagel & Kimche Nachfolgerin für Dirk Vaihinger gefunden
3.   Verband Die neue Webseite des SBVV ist online
4.   3 Fragen an ... Tobias Streitferdt von Holtzbrinck ePublishing
5.   Kampa Verlag Sommerfest im Verlagsgarten
6.   Von der Literaturagentur zur Zeitung Daniel Graf kommt ins Feuilleton der Republik
7.   Junge Verlagsmenschen Branchennachwuchs-Treffen in Zürich
8.   Rowohlt Verlag Deutschland Florian Illies wird neuer Verlegerischer Geschäftsführer
9.   Kosmos in Zürich Rückblick auf das erste Jahr
10.   Gemischtes Nachrichten aus Deutschland
11.   US-Bestseller und Kinofilm Kein & Aber sichert sich Buchrechte
12.   Schweizer Buchhandel Heute erscheint das neue Heft
13.   Bücher in den Medien

 

1.  Ausserordentliche GV des SBVV Ja zur Image-Kampagne für den Buchhandel

An der ausserordentlichen GV des SBVV am Montag in Olten zur  Finanzierung der angekündigten Image-Kampagne für den Schweizer Buchhandel sprachen sich die rund 50 Teilnehmenden mit grosser Mehrheit für die Variante mit dem höheren Kampagnenbeitrag aus. Somit können zusätzlich zum bereits an der letzten ordentlichen GV beschlossenen 60’000 Franken Verbandsgeldern weitere rund 135’000 Franken über Kampagnenbeiträge der Vereinsmitglieder bereit. Mit grossen Mitgliedern wie OFT, der Buchhaus-Gruppe oder dem Buchzentrum werden zudem laut SBVV-Präsident Thomas Kramer bilaterale Gespräche über zusätzliche finanzielle Beteiligungen geprüft, ebenso mit dem Bücherbon.



Die Konzeptidee "Sag’s mit einem Buch" wurde von Peter Felser (Werber des Jahres 2007) und Geschäftspartner Martin Spillmann von Serviceplan vorgestellt, die ihr grosses PR-Knowhow in den Dienst des Buches gestellt haben und die Kampagne ehrenamtlich ausarbeiteten. Die Kampagne kombiniert drei Elemente: Ein Satz, der mit einem real abgebildeten Buchtitel korrespondiert, der Claim "Sag’s mit einem Buch" sowie die Unterschrift "Ihre Buchhandlung". Die bereits vorliegenden Sujet-Varianten wurde zusammen mit einer Arbeitsgruppe (die Leute von Serviceplan sowie Thomas Kramer, Dani Landolf, Cornelia Schweizer, Stefan Schwerzmann, Denise Zumbrunnen, David Bucher) kreiert. Auf Anregung der anwesenden Verlage ist entschieden worden, dass in einer zweiten Welle auch externe Vorschläge angenommen werden.



Neben Schaufensterplakaten, Postkarten und Lesezeichen soll auch mit Kinodias und Werbeplakaten in grossen und mittleren Städten geworben werden. Die AVA übernimmt die Logistik als Beitrag dazu. Sollten auf der Geldsuche noch mehr Mittel zusammenkommen, ist auch Online-Werbung vorgesehen. Der Start der Kampagne ist für diesen Herbst vorgesehen. Buchhandel und Verlage werden demnächst über die konkrete Umsetzung informiert. Begleitet wird die Kampagne durch zwei, drei Seitenaktivitäten, passend zum Claim "Sag’s mit einem Buch" mit Bücher-Speed-Dating-Anlässen. Den Startschuss dabei soll ein erster, zentral organisierter Anlass zum Welttag des Buches 2019 bilden, danach ist vorgesehen, kleinere Speed-Datings in Buchhandlungen zu organisieren. "Die Kampagne kann nur eine Wirkung erzielen, wenn möglichst viele aus der Branche mitmachen", sagte Thomas Kramer an der Versammlung.



Zu reden gab an der Versammlung u.a. die Wahl der Motive, die etwa Daniela Koch vom Rotpunktverlag nicht literarisch genug erschienen. Cornelia Schweizer entgegnete: "Wir sind nicht das Publikum, sondern möchten mit der Kampagne gerade die Leute auf der Strasse ansprechen, die nicht oder kaum mehr lesen und sie mit einem Dreh ermuntern, wieder einmal ein Buch zu kaufen oder zu verschenken." Matthias Haupt meinte: "Der Zeitpunkt für eine Branchenkampagne ist gut, und der Claim "Sag’s mit einem Buch" ist sehr gut." Pascal Schneebeli von Orell Füssli Thalia AG zeigte sich ebenfalls begeistert, und Matti Schüsseler vom Orell Füssli Verlag sagte zum Schluss: "Was in Deutschland nicht gelungen ist, steht in der Schweiz kurz bevor: Eine Kampagne für das Buch. Die Idee dahinter, das Buch wieder als normale Freizeitbeschäftigung zu etablieren."



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